Aluminium ist eines der beliebtesten Materialien für Fliesenprofile: leicht, gut zu schneiden und preislich attraktiv. Doch beim Kauf triffst du auf zwei Varianten – Aluminium natur und Aluminium silber matt eloxiert. Optisch liegen sie auf den ersten Blick nah beieinander, technisch gibt es aber Unterschiede, die sich bei der Verlegung und im Alltag bemerkbar machen. Hier erfährst du, was Eloxieren bedeutet, wie sich die beiden Varianten verhalten und welche du für Wand, Boden, Bad oder Küche wählen solltest.
Was ist der Unterschied zwischen Aluminium natur und eloxiert?
Aluminium natur ist das unbehandelte Metall, so wie es nach dem Strangpressen aus dem Werk kommt. Es bildet an der Luft von selbst eine dünne natürliche Oxidschicht, die einen gewissen Grundschutz bietet. Die Oberfläche ist hell, leicht metallisch und kann mit der Zeit etwas nachdunkeln oder matter werden.
Eloxiertes Aluminium wurde zusätzlich elektrochemisch behandelt. Beim Eloxieren (die Abkürzung steht für elektrolytische Oxidation von Aluminium) wird die Oxidschicht gezielt verstärkt. Sie ist deutlich dicker und gleichmäßiger als die natürliche Schicht und fest mit dem Grundmaterial verbunden. Das Ergebnis: Eine gleichmäßige, silber-matte Oberfläche, die widerstandsfähiger gegen Abrieb, Verfärbungen und Feuchtigkeit ist.
Die beiden Varianten im Vergleich
| Eigenschaft | Aluminium natur | Aluminium silber matt eloxiert |
|---|---|---|
| Oberfläche | Unbehandelt, metallisch hell | Gleichmäßig silber-matt |
| Schutzschicht | Dünne natürliche Oxidschicht | Verstärkte, elektrochemisch erzeugte Oxidschicht |
| Kratz- und Abriebfestigkeit | Gering | Höher |
| Optische Veränderung über die Zeit | Kann nachdunkeln oder fleckig werden | Bleibt weitgehend gleichmäßig |
| Empfindlichkeit beim Verlegen | Hoch – Mörtel und Kleber sofort entfernen | Mittel – Reste trotzdem zügig entfernen |
| Typischer Einsatz | Wenig sichtbare Kanten, kostenbewusste Projekte | Sichtbare Abschlüsse in Bad, Küche, Wohnräumen |
Aluminium und Zementmörtel: das solltest du wissen
Der wichtigste Praxispunkt bei allen Aluminiumprofilen: Frischer Fliesenkleber und Fugenmörtel auf Zementbasis sind alkalisch – und Aluminium reagiert empfindlich auf alkalische Stoffe. Bleiben Kleber- oder Fugenreste auf der Sichtfläche liegen und trocknen dort an, können sie die Oberfläche angreifen. Es entstehen matte, fleckige oder raue Stellen, die sich später nicht mehr wegpolieren lassen.
Beim naturbelassenen Aluminium ist dieses Risiko am größten. Die Eloxalschicht bietet zwar einen besseren Schutz, ist aber ebenfalls nicht dauerhaft beständig gegen alkalische Stoffe. Für beide Varianten gilt deshalb:
- Kleber- und Mörtelreste sofort mit einem feuchten Schwamm abnehmen, nicht antrocknen lassen.
- Beim Verfugen die Sichtfläche des Profils möglichst sauber halten und Fugenschleier zeitnah abwaschen.
- Keine stark sauren oder alkalischen Reiniger und keine Zementschleierentferner auf dem Profil verwenden.
- Zum Abkleben der Sichtfläche während der Arbeit eignet sich ein rückstandsfrei lösbares Malerkrepp.
Profi-Tipp: Profis bauen Aluminiumprofile gern mit einem zweiten Eimer klarem Wasser und einem separaten Schwamm ein, der nur für die Profile benutzt wird. So wischst du nicht mit zementhaltigem Wasser über die empfindliche Oberfläche.
Wann ist Aluminium natur sinnvoll?
Naturbelassenes Aluminium ist die günstigste Metallvariante. Es eignet sich vor allem dort, wo das Profil wenig sichtbar ist oder wenig beansprucht wird:
- Abschlüsse im Keller, Hauswirtschaftsraum oder in Nebenräumen
- Kanten, die später durch Möbel oder Silikonfugen weitgehend verdeckt sind
- Projekte mit knappem Budget, bei denen ein metallischer Abschluss gewünscht ist
In unserem Sortiment sind einige Quadrat- und Viertelkreisprofile aus Aluminium natur nur noch im Abverkauf erhältlich. Wenn du ein Projekt mit diesen Profilen planst, solltest du die benötigte Menge inklusive Reserve in einem Zug bestellen.
Wann solltest du eloxiertes Aluminium wählen?
Für sichtbare Kanten im Wohnbereich ist silber matt eloxiertes Aluminium die bessere Wahl. Die Oberfläche bleibt gleichmäßig, wirkt hochwertiger und verträgt den Alltag besser:
- Bad: Abschlüsse an Fliesenspiegeln, Wannenverkleidungen und Vorwänden. In Spritzwasserbereichen ist die Eloxalschicht ein klarer Vorteil.
- Küche: Fliesenspiegel und Kanten an Arbeitsplatten, die öfter feucht abgewischt werden.
- Wohnräume und Flur: Bodenabschlüsse und Übergänge mit ruhiger, silber-matter Optik.
Für stark beanspruchte Bodenkanten, Treppen und dauerhaft nasse Bereiche wie bodengleiche Duschen empfehlen wir allerdings Edelstahl. Er ist härter und unempfindlicher gegenüber Zementmörtel und Reinigern.
Aluminiumprofile zuschneiden und einbauen
Aluminium ist weicher als Edelstahl und lässt sich deshalb besonders leicht bearbeiten – ein Grund, warum viele Heimwerker es schätzen. Ein paar Punkte solltest du trotzdem beachten:
- Ablängen: Eine Metallsäge oder Feinsäge mit feiner Zahnung in der Gehrungslade genügt. Für Gehrungen an Außenecken schneidest du beide Profile exakt auf 45 Grad.
- Entgraten: Schnittkanten mit einer feinen Feile oder Schleifpapier glätten. Bei eloxierten Profilen ist die Schnittkante blank – sie liegt später an der Ecke oder wird durch Fuge bzw. Eckstück verdeckt.
- Einbetten: Kleber vollflächig unter den gelochten Schenkel auftragen, Profil andrücken und ausrichten. Erst dann die Randfliese setzen.
- Nicht verbiegen: Lange Aluminiumprofile mit 2,50 oder 3,00 m sind flexibel. Trag sie mittig und lagere sie flach, damit sie gerade bleiben.
Ein Rechenbeispiel zur Höhe: Bei einer 6 mm starken Wandfliese und rund 2–3 mm Kleberbett passt ein Aluminium-Winkelprofil mit 8 oder 9 mm.
Welche Profilformen gibt es in Aluminium?
Aluminiumprofile bekommst du in allen gängigen Formen. Winkelprofile gibt es natur und silber matt eloxiert in Höhen von 2 bis 30 mm. Das reicht von sehr dünnen Wandbelägen bis zu dicken Terrassenplatten. Quadratprofile und Viertelkreisprofile sind mit passenden Ecken erhältlich, Letztere in Höhen von 6 bis 12,5 mm. Für Übergänge zwischen Belägen gibt es zudem T-Profile aus Aluminium. Die Längen reichen jeweils von 1,00 bis 3,00 m.
Häufige Fragen
Kann eloxiertes Aluminium rosten?
Aluminium rostet nicht im klassischen Sinn, da es kein Eisen enthält. Es kann aber korrodieren, etwa durch alkalische Mörtelreste oder aggressive Reiniger. Die Eloxalschicht verringert dieses Risiko deutlich.
Kann ich Aluminium natur nachträglich eloxieren?
Eloxieren ist ein industrielles Verfahren, das vor dem Einbau erfolgen muss. Für eingebaute Profile ist es nicht möglich. Entscheide dich deshalb vor der Bestellung.
Sind Aluminiumprofile für die Dusche geeignet?
Für Wandabschlüsse im Spritzwasserbereich ja, vorzugsweise eloxiert. Für stark beanspruchte Duschböden und dauerhaft nasse Bereiche empfehlen wir Edelstahl V2A.
Wie reinige ich Aluminiumprofile richtig?
Mit klarem Wasser, einem milden pH-neutralen Reiniger und einem weichen Tuch. Verzichte auf Scheuermilch, Essigreiniger in hoher Konzentration und Zementschleierentferner.
Fazit und Empfehlung
Aluminium natur ist die günstige Lösung für Nebenräume und wenig sichtbare Kanten. Für sichtbare Abschlüsse in Bad, Küche und Wohnräumen lohnt sich silber matt eloxiertes Aluminium. Entdecke unsere Aluminium-Winkelprofile, die Aluminium-Viertelkreisprofile und die Aluminium-Quadratprofile. Einen Materialvergleich mit Edelstahl und PVC findest du in Aluminium, Edelstahl oder PVC.






